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Lichtenberg Mitteilung Bezirksamt

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Alt-Lichtenberg - Erinnerungstafel an erste Fußballspiele - in Berlin-Lichtenberg nach dem Weltkriegsende 1945

Eine Erinnerungstafel an die Fußballspiele in Berlin Lichtenberg am 20. Mai 1945 übergibt Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst am Sonnabend, 20. Mai, um 11 Uhr an der Herzbergstraße 81 am Zugang zum Landschaftspark Herzberge, 10365 Berlin. Die Tafel ist in das Informationssystem zum Landschaftspark Herzberge integriert, sie enthält ein historisches Foto vom Stadion, einen Lageplan und einen Text über die Geschichte der Sportanlage. Zur Einweihung spielt Burkhard Schmidt auf dem Saxophon.

Auf dem Gelände des heutigen Landschaftsparks Herzberge befand sich das damalige Stadion Lichtenberg. Es war 1920 als erstes kommunal finanziertes Stadion in Deutschland nach den Plänen von Rudolf Gleye entstanden. Dort fand laut einem Bericht der Berliner Zeitung am 20. Mai 1945 ein Fußballspiel vor 10.000 begeisterten Zuschauern statt. Für den 27. Mai 1945 war ein weiteres Spiel gegen eine Mannschaft der Roten Armee angekündigt. Es ist aber nicht bekannt, ob es stattfand. Die Spiele waren, zusammen mit einem weiteren im Stadion Buschallee, die ersten Sportveranstaltungen im Mai 1945 in Berlin. Damit markieren sie auf besondere Weise das Ende Zweiten Weltkrieges auf Lichtenberger Territorium: Sowjetische und deutsche Männer, die noch wenige Tage zuvor militärische Gegner waren, traten in einen sportlichen Wettstreit.  
Mit dem Spiel am 27. Mai 1945 wurde an eine Tradition des Lichtenberger Arbeitersportplatzes angeknüpft. An gleicher Stelle hatte schon 1923 der „Arbeiter-Fußballwettkampf Moskau-Berlin“ stattgefunden. Das Ereignis kann als das erste deutsch-sowjetische Sporttreffen in Deutschland angesehen werden. Ihm folgten mehrere so genannte „Russenspiele“. Bis Kriegsende waren auf dem Sportplatzgelände Flakbatterien stationiert und in unmittelbarer Nähe mussten Zwangsarbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten und leben.
Schon zum 70. Jahrestag des Endes des 2. Weltkrieges 2015 wurde mit einem Gedenkspiel auf das Jubiläum der ersten Fußballspiele nach Kriegsende aufmerksam gemacht. Die Mannschaften von SV BVB Lichtenberg 49 und SV Lichtenberg 47 traten im BVG-Stadion an der Siegfriedstraße zum Gedenkspiel an. Die bei diesem Spiel gesammelten Spenden wurden nun gemeinsam mit Mitteln aus dem Lichtenberger Fonds für Erinnerungskultur für die Erinnerungstafel verwendet. Seitdem gesammelte historische Erkenntnisse flossen in die Darstellung ein.

Der Text auf der Erinnerungstafel lautet: Bis in die 1950er Jahre befand sich auf dem weiten Areal zwischen der Landsberger Allee, Herzbergstraße und dem Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge das Stadion Lichtenberg. Es wurde vom Architekten und Lichtenberger Stadtbaurat Rudolf Gleye geplant und zwischen 1914 und 1920 als erstes deutsches Städtisches Stadion errichtet.

ln den 1920er Jahren war es eine traditionsreiche Sportstätte der linken Arbeiterschaft Lichtenbergs. Mit dem »Arbeiter-Fußballwettkampf Moskau-Berlin« am 9. September 1923 war das Stadion auch Schauplatz des ersten Deutsch-Sowjetischen Sporttreffens. Bis 1933 folgten mehrere so genannte »Russenspiele«. 1929 wurde das Stadion zum Aufmarschplatz für das erste Reichstreffen des Rotfrontkämpferbundes.
Nach der Gleichschaltung der Sportvereine brach auch die Tradition des Arbeitersports ab. ln der Umgebung waren zwischen 1939 und 1945 Zwangsarbeiter untergebracht, um die Kriegsproduktion in nahe gelegenen Betrieben zu gewährleisten.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges standen in unmittelbarer Nähe Flak-Batterien, ehe bereits am 20. Mai 1945 ein erstes Fußballspiel stattfand. An die Tradition der »Russenspiele« sollte schon am 27. Mai 1945 angeknüpft werden. Die Berliner Zeitung kündigte für diesen Tag ein Fußballspiel zwischen einer Lichtenberger und einer Mannschaft der Roten Armee an. Ob es aber stattfand, ist keiner zuverlässigen Quelle zu entnehmen.
ln der Nachkriegszeit änderte das Stadion mehrfach seinen Standort, bis es Anfang der 1970er Jahre aufgegeben wurde. Das heutige Stadion Lichtenberg befindet sich an der Siegfriedstraße.


Weitere Informationen
Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
Abteilung Personal, Finanzen, Immobilen und Kultur
Amt für Weiterbildung und Kultur, Museum Lichtenberg
Dr. Thomas Thiele, Telefon 030 57 79 73 88 14, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Pressemitteilung
Montag, 15. Mai 2017

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